Was ist eine Spinalanästhesie?

Die Spinalanästhesie ist eine so genannte „Regionalanästhesie“. Bei diesem Anästhesieverfahren werden bestimmte Körperregionen (im unteren Körperbereich) betäubt. Dies wird erreicht durch Einbringen eines lokal wirkenden Medikamentes in den Wirbelkörperraum („Spinalraum“). Das eingebrachte Medikament (Lokalanästhetikum) verteilt sich im Spinalraum und umspült die kleinen Nervenfasern. Dadurch kommt es zu einer Blockierung der Schmerzleitfähigkeit der entsprechenden Nerven und der Patient ist schmerzfrei. Der Patient ist wach und ansprechbar.

Durchführung einer Spinalanästhesie

Am sitzenden oder in Seitenlage liegenden Patienten wird die Einstichstelle gründlich desinfiziert. Anschliessend wird der Bereich der Einstichstelle mit einem Lokalanästhetikum betäubt. Bei der eigentlichen Punktion des Spinalraumes wird unter sterilen Bedingungen eine dünne Nadel durch die Haut zwischen zwei Lendenwirbel vorgeschoben. Wenn sich die Nadelspitze im Spinalraum befindet, kann das Lokalanästhetikum injiziert werden. Je nachdem welches Lokalanästhetikum verwendet wird, dauert die Wirkung zwischen einer und 4 Stunden.

Mögliche Komplikationen bei einer Spinalanästhesie

Die Spinalanästhesie ist ein sehr sicheres Betäubungsverfahren. Trotzdem sind wie bei jedem operativen Eingriff auch Komplikationen möglich. Kopfschmerzen, Blutdruckabfall (Reaktion auf das Lokalanästhetikum), Atemstörungen, neurologische Störungen (Blasenfunktion) oder auch lokale Entzündungen an der Einstichstelle sind unter anderem möglich. Beim Narkosegespräch mit dem Anästhesisten wird ausführlich auf die Problematik eingegangen.

Wann wird die Spinalanästhesie angewendet?

Die Spinalanästhesie wird hauptsächlich bei kürzeren Eingriffen im unteren Körperbereich eingesetzt. Dazu zählen Eingriffe wie Knochen OP an Bein und Hüfte, Prostataoperationen, Damm- und Bruchoperationen. Grundsätzlich berät Sie Ihr Narkosearzt ausführlich über die verschiedenen Möglichkeiten einer Anästhesie.